Berlin, 20. Juni 2011 >> Video-Mitschnitte
Wissenschafts-Community 2.0:
Die schöne (?) neue Welt der vernetzten Forschung -
ResearchGate, NatureNetwork, Mendeley & Co.
Open Access war erst der Anfang; jetzt steht angeblich Open Science kurz vor dem Durchbruch. Immer mehr Wissenschaftler nutzen die neuen Onlinedienste und Software-Werkzeuge nicht nur zum Bloggen und Twittern, sondern längst auch zum virtuellen Forschen. Publikationen werden nicht mehr einfach in langen Listen auf der Institutswebseite gehortet, sondern zusammen mit Empfehlungen zu Fundstücken der eigenen Literaturrecherche mit der Fachwelt geteilt.
Hunderttausende von Wissenschaftlern weltweit diskutieren inzwischen auf Plattformen wie BiomedExperts, ResearchGate oder NatureNetwork und kultivieren eine zunehmend kollaborative Forschung, die oft ganz neuartige, transdisziplinäre Wissens-Netzwerke entstehen lässt. Verbindungen zwischen Wissenschaftlern, ja sogar Zitierkartelle lassen sich in Sekundenschnelle analysieren und grafisch darstellen. Auch Forscher haben neuerdings »Follower« und lassen öffentlich den aktuellen Stand ihrer »Impact Points« anzeigen, so als handele es sich um ihr persönliches Golf-Handicap. Auf iTunes haben erste Lehrstühle bereits so etwas wie eigene TV-Sender und leben die neuen Möglichkeiten öffentlicher Wissenschaft voll aus. Während die Fachwelt noch darüber streitet, ob Suchmaschinenoptimierung das Publizieren unangemessen verzerrt, nutzen erste Wissenschaftler bereits die neuen Möglichkeiten und manövrieren ihre Veröffentlichungen gekonnt an die Spitze der Trefferlisten.
Welcher dieser Trends ist nur ein vorübergehender Hype, und welche Entwicklungen verändern das wissenschaftliche Arbeiten wirklich? Kehrt das Internet dorthin zurück, wo es Tim Berners-Lee ursprünglich angesiedelt hatte - zur Kollaboration innerhalb seiner Forschungseinrichtung? Und wie können Journalismus und Öffentlichkeit diese neue Transparenz in der Academia für sich nutzen, zum Beispiel bei der Themenrecherche und Expertensuche, als Relevanzkriterium oder Frühwarnsystem? Darüber haben wir mit den folgenden Experten öffentlich diskutiert:
- Dr. med. Soenke Bartling, Radiologe, Deutsches Krebsforschungszentrum DKFZ (Video)
- Dr. Ijad Madisch, M.D. PhD, Gründer und Geschäftsführer, ResearchGate (Video)
- Ian Mulvany, Vizepräsident Produktentwicklung, Mendeley (Video)
- Lou Woodley, Community-Expertin, Nature Publishing (Video)
- Einführung & Moderation: Alexander Gerber, innokomm Forschungszentrum (Video)
- Diskussion (Video)
>> Programm
>> Berichterstattung Technology Review 04/2012 (Seiten 48-51) [PDF - 360 KB]
Eine Veranstaltung der Journalistenvereinigungen TELI und WPK.![]()

